Gewehr PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: DI Karl Gruber   

Bewaffnung der Bürgergarde

Von der Bürgergarde Millstatt wird zum Exerzieren und zum Schießen des Ehrensalutes das WERNDL – Gewehr, Cal. 11,15 mm verwendet. Als Erzeugungsjahr dieses Gewehres, das in der österreichisch-ungarischen Monarchie als Dienstwaffe verwendet wurde, wird das Jahr 1870 vermutet. Aus dem mit einem sogenannten Drehblockverschluss versehenen Gewehr kann nur die dazu passende WERNDL-Patrone verfeuert werden.

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Die Patronen zum Abfeuern des Ehrensalutes werden vom Waffenmeister der Bürgergarde in Eigenregie hergestellt. Dazu verwendet er eine eigene Kapselauszieh- und Kapselpresszange sowie ein eigenes „Pulverpfandl“ zum Bemessen der Schwarzpulvermenge. Verdämmt wird mit weichem Papier oder mit Filzpfropfen. Nach oftmaligem Gebrauch zeigen die Messinghülsen Verbrauchserscheinungen in Form von Ausbeulungen und Haarrissen und müssen ausgeschieden werden. Die Beschaffung neuer kalibergerechter Hülsen stößt zunehmend auf immer größere Schwierigkeiten. Die letzte Lieferung musste im Ausland besorgt werden.

Mit besonderem Stolz erfüllt uns der Besitz originaler Vorderladergewehre und zahlreicher WAENZL-Gewehre. Die Vorderlader sind altersbedingt nicht mehr einsetzbar und weisen zahlreiche Korrosionsschäden auf. Eine Restaurierung ist nach einem Fachgutachten nicht sinnvoll und ökonomisch vertretbar. Einige WAENZL-Gewehre wurden in der Büchsenmacherschule Ferlach im Rahmen von Ausbildungsarbeiten aufwändig restauriert. Sie sind frisch beschossen und voll verwendungsfähig. Bei der Bürgergarde Millstatt können diese Gewehre nicht eingesetzt werden, da die RANDFEUER-Patrone Cal. 13,9 mm als Knallpatrone für Ehrensalut am Markt nicht mehr erhältlich ist. Wenn uns jemand bei der Beschaffung dieser Knallpatrone behilflich sein könnten, wären wir sehr dankbar!

Fotos: (c) fotopola